Freitag, 30. Juli 2010

Ohne Moos nix los

Geld - ein leidiges Thema. Vielen Gemeinden fehlt es in der Kasse und viele Aufgaben, die eigentlich erledigt werden müssten, z.B. Orgelrestaurierungen, diakonische Aufgaben oder einfache Anschaffungen, werden verschoben.
Auch an uns geht das Thema Geld nicht vorüber und wir waren gezwungen, uns damit ausführlich zu beschäftigen. Andere Themen sind eigentlich viel wichtiger, können aber ohne finanziellen Rückhalt gar nicht in Angriff genommen werden.

In der letzten Zeit sind dem aufmerksamen Besucher unserer Seiten sicherlich einige Werbeflächen ins Auge gefallen. Google-Anzeigen. Als unser Portal www.orgel-information.de ins Leben gerufen wurden, hatten wir uns vorgenommen, die Inhalte kostenfrei anzubieten und auch den Kirchengemeinden, Orgelbauunternehmen und Vereinen, die sich vorstellen, keine Beiträge abzunehmen. Dies wollen wir unbedingt beibehalten. Für Sie als Besucher, wie auch für diejenigen, die sich auf unseren Seiten vorstellen, sollen keinerlei Kosten anfallen. Jedoch: auch eine Seite wie diese verschlingt den einen und anderen Euro. Speicherplatzkosten (Webspace), Trafficgebühren, Kosten für Briefe an Gemeinden, Orgelbauer und Vereine, Werbung, ... - viele Punkte wären hier anzuführen.

Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, auf unseren Seiten Werbung zu schalten. Das kostet unsere Besucher nichts und hilft uns zu überleben und weiter zu arbeiten. Ein kleiner Klick von Ihnen auf diese Werbebanner hilft uns bei unserer Arbeit.

An diesem Punkt möchte ich all denen danken, die uns in den letzten fünf Jahren so wunderbar durch Informationen, Beiträge, Fotos und auch durch kleine und große Spenden unterstützt haben. Auch unseren Kunden, die immer wieder unseren Online-Shop besuchen und mit ihrem Einkauf das Portal unterstützen, sei herzlich gedankt.

Bitte helfen Sie uns auch weiterhin, unsere Seiten auszubauen, aktuell zu halten und Informationen aus der Orgelwelt für Sie bereit zu halten.

Es grüßt Sie

Ihr
Daniel Kunert


P.S. Selbstverständlich freuen wir uns auch weiterhin auf Ihre Anregungen, Wünsche, Kritiken und Beiträge.

Sonntag, 23. Mai 2010

Ein neuer Ton in der Lüneburger Orgellandschaft

Am heutigen Pfingstsonntag fand in der Lüneburger St. Johannis-Kirche die Einweihung der Chor-Orgel aus dem Hause Kuhn Orgelbau AG statt. Ein besonderes Erlebnis.

Die Einweihungsfeierlichkeiten begannen um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst, zu dessen Beginn der Choral "O Heilger Geist, kehr bei uns ein" gesungen wurde.

Nach der Weihe der neuen Chororgel durch Landessuperintendent Jantzen war dann der ersehnte Augenblick gekommen: Die neue Chororgel erklang erstmalig für alle Zuhörer mit Marcel Dupré's "Cortège et Litanie". Den Zuhörern wurde gewaltiger Klang zuteil, der sich in vielen Ohren sicherlich auch als "etwas fremd" bemerkbar machte.

Die Lüneburger Johannis-Kantorei erweiterte die Festlichkeiten mit einwandfrei dargebotener Chormusik aus der Feder von Zoltán Kodály. Während des Gottesdienstes erklangen Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Benedictus, ebenso Agnus und Dona nobis pacem - also eine passende Umrahmung des gesamten Gottesdienstes.
Es war eine Freude, den Sängerinnen und Sängern zuzuhören und Ihre Zusammenarbeit mit der neuen Chororgel zu erleben. Stimmgewaltig und machtvoll, überirdisch und sinnlich, kontrastreich und durchsichtig - viele Beschreibungen trafen für die Darbietung zu.
Wer sich auf diese Musik einließ, dem war es vielleicht gegönnt, ein Brausen vom Himmel zu hören. Die Musik betörte und führte in ihrer eigenen Sprache alle Besucher zusammen.

Landessuperintendent Jantzen hielt eine fröhliche, bewegende und ermutigende Pfingstpredigt. Die Verbindung des Pfingstfestes mit dem zusätzlichen Fest der Orgelweihe in Lüneburg wusste er treffend zu gestalten. Als einen Hauptpunkt stellte er das gemeinsame Lob Gottes am in der Bibel genannten Pfingsten dar. Das Lob Gottes verbindet die Menschen über alle Unterschiede hinweg. Dazu dient auch die Musik (auch die neue Chororgel) - dem Lob Gottes. Vor allen Unterschieden, Konflikten und Schwierigkeiten solle das Einende, das Verbindende, das Lob Gottes gesehen werden.
Eine Predigt, die diesen Tag wahrlich bereicherte und von deren Art man sich mehr Predigten wünscht.

Der Festgottesdienst endete mit "Carillon de Westminster" von Louis Vierne, gespielt auf der neuen Chororgel.


Nach dem Gottesdienst war zu einem Empfang geladen worden. Speise und Trank wurden gerne angenommen und manches Gespräch konnte geführt werden. Es war eine fröhliche Stimmung in der Kirche.
Ab 12.15 Uhr war dann die Zeit für allerlei Grußworte gekommen, unter anderem ein begeistertes Grußwort des überglücklichen und strahlenden Kirchenmusikdirektors Joachim Vogelsänger, der diesen Tag sicher nicht so schnell vergessen wird. Ist doch für ihn - und für die Gemeinde - ein Traum wahr geworden.

Ab 12.45 Uhr stellten Hans-Peter Keller von der Firma Orgelbau Kuhn AG und Kirchenmusikdirektor Joachim Vogelsänger (Kantor der St. Johanniskirche) gemeinsam die neue Orgel vor. Die einzelnen Register wurden angespielt, die Technik einer Orgel gut verständlich erläutert und der Klang der Orgel in den verschiedensten Variationen den Besuchern zu Gehör gebracht. Als Abschluss der Vorstellung präsentierte Joachim Vogelsänger die Orgel in einer Improvisation quer durch alle möglichen Klangfarben und Lautstärken. Vom kleinsten Piano bis zum kräftigen Forte - eine absolut hörenswerte Orgel.

Weiter ging der Tag mit Orgelführungen und kleinen Orgelmusiken (Reinhard Gräler, Stefan Metzger-Frey und David Schollmeyer). Den Abschluss des wundervollen Fest-Tages gestalteten Martin Lücker und Mitglieder der Lüneburger Symphoniker in einem Festkonzert.

Fazit: Ein rundum gelungener Festtag für die Einweihung einer rundum gelungenen Chororgel, der wir ein langes Konzertleben und viele Bewunderer wünschen.

Unser Tipp: Besuchen Sie St. Johannis in Lüneburg. Lüneburg ist als Orgelstadt eine Reise wert und der Kantor und Kirchenmusikdirektor Joachim Vogelsänger freut sich über regen Konzertbesuch und viele Besucher.

Die Termine der Festwoche zur Orgeleinweihung finden Sie hier !!!

Freitag, 30. April 2010

Nachwuchs für die Orgel

Nachwuchsorganisten werden überall gesucht und sind doch, trotz vieler Bemühungen von Kantoren, Organisten und Kirchengemeinden selten anzufinden. Vor einigen Tagen erst hörte ich das Argument: "Kirchen sind unmodern, Orgelmusik sowieso und - junge Leute für Religion nicht mehr zu haben!". Ist dem wirklich so?

Ich möchte Ihnen heute ganz kurz drei Projekte vorstellen, die dieser Einschätzung entgegenwirken, wenn nicht sogar widersprechen:

1. Orgel rockt (www.orgel-rockt.de)
Patrick Gläser bringt moderne Klänge mit der "alten Dame" zusammen. Stücke wie: "Nights in white Satin", "Sailing", "Nothing else matters" und strahlende Filmmusiken wie der "Gladiator"-Soundtrack oder "Das Boot" ermöglichen ganz neue Hördimensionen und sind für junge Leute ein absoluter Hörgenuss. Auch für Ältere.

2. Alte Orgeln für junge Menschen (www.orgelakademie.de)
Besonders viel Engagement in der Arbeit mit jungen Leuten (Kindern und Jugendlichen) zeigt die Orgelakademie in Stade. Ihr "Stader Jugend-Orgelforum" ist ein Meisterstück auf dem Weg zur Nachwuchsgewinnung. Empfehlenswert, nachahmenswert - einfach Klasse.

3. Ratingen Organ4uth (www.orgelwelten-ratingen.de)
Die Kirchengemeinde in Ratingen geht unter Federführung von Kantor Ansgar Wallenhorst ganz neue Wege. Sei es in der Verbindung von Orgel und Rap, in der Durchführung von Literaturwerkstätten oder einem sommerlichen Chillout - coole Angebote für die Jugend.



Viele weitere Angebote findet man, wenn man im Internet ein wenig sucht oder mit Kantoren ins Gespräch kommt. Es gibt viele Ideen, Möglichkeit und Rezepte um dem Orgelfrust entgegenzuwirken und neue Begeisterung zu wecken.

Was tun Sie in Ihrer Gemeinde, um Kinder und Jugend zu begeistern? Was ist Ihr Erfolgsrezept? Schreiben Sie uns eine Mail, ein Fax oder einen Brief. Unter allen Einsendungen zu diesem Thema, die bis zum 31.08.2010 eintreffen, verlosen wir eine CD "Orgel rockt".


Montag, 12. April 2010

Kapelle wird zu Wohnung

Man liest viel im Internet und in den Zeitungen. Und doch hat mich die Meldung, die heute unter http://www.fr-online.de zu lesen war, etwas bestürzt. Eine ehemalige Kapelle wird hier umgebaut zu einer Wohnung. Mitsamt der Apostel-Fenster und der Orgel, beides denkmalgeschützt.

Wer die Nachrichten in den letzten Tagen verfolgt hat, stellt fest, dass das Christentum, besonders die katholische Kirche, derzeit mit vielen Anfeindungen zu tun hat. Man könnte meinen, die Zeit des Christentums geht vorbei, denn Kirchgang, Gebet und beständiges christliches Verhalten findet man in unseren Tagen immer seltener.

Da passt es zum Bild, dass eine Orgel, die zum Lob Gottes und zur Erbauung der Menschen erbaut wurde, zu privatem Eigentum wird und nicht mehr kulturelles Allgemeingut ist. Wann werden die nächsten Kirchen folgen?

Ich hoffe, dass der Käufer dieser Eigentumswohnung genügend Courage hat, seine Wohnung zu öffnen und die Orgel wieder den Menschen zur Verfügung zu stellen. Und sei es bei kleinen, aber für alle Menschen erschwinglichen Konzerte. Ob das dann zum Lob Gottes sein wird, oder eher der Geldbörse des Wohnungsinhabers dient, bleibt abzuwarten. Schade wäre es, wenn die Orgel, trotz Denkmalschutz, in Vergessenheit geraten würde.

Montag, 15. März 2010

Familienorgeltag in Celle

Am 17.04.2010 findet in der Neuapostolischen Kirche in Celle ein Familienorgeltag statt. Vor zwei Jahren nannte man eine ähnliche Veranstaltung noch Kinderorgeltag, doch in diesem Jahr soll es auch ein Angebot für die Eltern, Großeltern und alle anderen erwachsenen Besucher geben.

Birgit Desch (http://www.deschmusik.de) wird den Kindern erneut ihre Biene Beatrix präsentieren, diesmal geht es um einen Ausflug in die Stadt, auf dem Biene Beatrix mit Ihren Freunden viel erlebt.
Diese Geschichte wird von Birgit Desch klanglich auf der Orgel untermalt und so mit weiteren Sinnes-Eindrücken den Kindern "erzählt".

Weitere Aktivitäten sind für den Verlauf des Tages geplant, z.B. Basteln und Malen, ein Pfeifenbau, Gesprächskreise und viele Möglichkeiten für die Besucher, sich musikalisch zu betätigen. Und wer sich für Orgelnoten und Bücher rund um Musik interessiert, wird am Büchertisch freundlich und zuvorkommend beraten.


Birgit Desch reist als Künstlerin viel durch die deutschen Lande. Ihre Biene Beatrix flog schon in vielen Kirchen und begeisterte dort Jung und Alt. Und nicht nur Geschichten für Kinder hat Birgit Desch in Ihrem Angebot. Auch für Gemeinde- und Geburtstagsfeiern kann man sie engagieren, ebenso für Mitmach-Konzerte. Besuchen Sie einmal die Webseite von Frau Desch, es lohnt sich.

Noch einmal zurück zum Familienorgeltag: Es geht an diesem Tag nicht darum, eine Veranstaltung zu schaffen, die Kinder mal für ein paar Stunden "bespielt". Vielmehr ist der Wunsch der Organisatoren, dass sich Kinder und Eltern mit der "Königin der Instrumente" beschäftigen. Orgelmusik und Orgelbau sind Teil unserer Kultur und die Nachwuchssorgen in dieser Branche, ebenso bei Kirchenmusikerin, sind eine Bedrohung für diesen Aspekt unseres Kulturguts.

Besuchen Sie den Familienorgeltag am 17.04. in Celle (Jägerstraße 26a) in der Zeit von 14-18 Uhr. Die Organisatoren werden Sie herzlich begrüßen.


Pressemitteilung: http://www.openpr.de/news/414746/Familienorgeltag-in-Celle.html
Bericht auf NAK-Mitteldeutschland